1. Präambel

Operationstechnische Assistentinnen und Assistenten (OTA) ist ein medizintechnischer Beruf im pflegerischen Handlungsfeld.

Die Tätigkeitsmerkmale der Operationstechnischen Assistenz sind von den Tätigkeitsmerkmalen der (Fach-)Gesundheits- und Krankenpflege für folgende Bereiche nicht zu trennen: Operationsabteilungen, Ambulatorien für Operative Dienstleistungen, Chirurgische Ambulanz und Notaufnahme, Endoskopien, Herzkatheterlabore und Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP).

Das Tätigkeitsfeld Operationstechnischer Assistentinnen und Assistenten ist es, Gesundheit zu fördern, Krankheit zu verhüten, Gesundheit wiederherzustellen und Leiden zu lindern.

Sie wahren die Menschenrechte, einschließlich des Rechts auf Leben, auf Würde und auf eine respektvolle Patientenversorgung. Die Versorgung von Patienten erfolgt mit Respekt und ohne Wertung des Alters, der Hautfarbe, des Glaubens, der Kultur, einer Behinderung oder Krankheit, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, der Nationalität, der politischen Einstellung, der ethnischen Zugehörigkeit oder des sozialen Status.

OTA‘s üben ihre berufliche Tätigkeit zum Wohle des Einzelnen und der sozialen Gemeinschaft aus. Sie koordinieren ihre Dienstleistungen mit anderen ähnlichen Berufsgruppen.

 2. Der NEO

NEO ist die Abkürzung für Nationaler Ethikkodex Operationstechnischer Assistentinnen und Assistenten

2.1 Elemente des NEO

Der NEO für Operationstechnische Assistentinnen und Assistenten umfasst  vier Kernelemente.

2.1.1 OTA und die Gesellschaft

Die grundlegende berufliche Verantwortung der OTAs gilt dem hilfebedürftigen Menschen.

Bei ihrer beruflichen Tätigkeit fördern die OTAs ein Umfeld, in dem die Menschenrechte, die Wertvorstellungen, die Sitten und Gewohnheiten sowie der Glaube des Einzelnen, der Familie und der sozialen Gemeinschaft respektiert werden.

Sie gewährleisten, dass die hilfebedürftige Person ausreichende Informationen erhält, auf die die Zustimmung zu seiner ganzheitlichen Versorgung gründen kann.

Dabei behandeln OTA‘s  jede persönliche Information vertraulich und gehen verantwortungsvoll mit Informationen und deren Weitergabe um.

Die OTA‘s greifen zum Schutz des Einzelnen, der Familie und der sozialen Gemeinschaft ein, wenn deren Wohl durch Angehörige der eigenen oder einer anderen Berufsgruppe  gefährdet ist.

Sie ist auch mitverantwortlich für die Erhaltung und den Schutz der natürlichen Umwelt vor Ausbeutung, Verschmutzung, Missachtung und Zerstörung.

2.1.2 OTA und ihre Berufsausübung

Die OTAs sind persönlich verantwortlich und rechenschaftspflichtig für die Ausübung ihrer Aufgaben sowie für die Wahrung ihrer fachlichen Kompetenz durch kontinuierliche Fort- und Weiterbildung. Dabei reflektiert Sie ihr Handeln kontinuierlich.

Die OTAs achtet auf die eigene Gesundheit, um ihre Fähigkeit zur Berufsausübung nicht zu beeinträchtigen.

Sie  beurteilen und beachten die Fachkompetenzen der Mitarbeitenden bei der Delegation von Verantwortung. Die OTAs achten in ihrem persönlichen Verhalten jederzeit darauf, das Ansehen des Berufes zu fördern und das Vertrauen der Bevölkerung in den Beruf zu stärken.

2.1.3 OTA und die Wissenschaften

Die OTAs orientieren sich an den aktuellsten Erkenntnissen der Medizin (-technischen)-, Pflege- und Gesundheitswissenschaft sowie deren Begleitwissenschaften.

Sie gewährleisten bei der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit, dass der Einsatz von Technologie und die Anwendung neuer wissenschaftlicher Erkenntnissen sichergestellt ist.

Die OTAs gewährleisten zu jedem Zeitpunkt die Patientensicherheit unter Beachtung nationaler und internationaler Empfehlungen, Leitlinien und Standards.

 2.1.4 OTA und das Team

Die OTAs sorgen für eine gute Zusammenarbeit im interdisziplinären Team und mit den Kollegen aus anderen Bereichen. Sie sehen sich als Teil eines Ganzen und unterstützen ihre Kolleginnen und Kollegen im Prozess der Arbeit. Sie bringen ihre fachliche Expertise in die Teamarbeit ein. Dabei achtet Sie auf eine angemessene wertschätzende Kommunikation.

3. Anwendungsvorschläge für den NEO

Der NEO ist ein Leitfaden, der die Grundlagen für ein Handeln nach sozialen Werten und Bedürfnissen setzt. Er kann seiner Bedeutung als lebendiges Dokument nur dann gerecht werden, wenn er in der Praxis der OTAs und Gesundheitsversorgung auch angewandt wird.

Soll dieses Ziel erreicht werden, muss der Kodex verstanden, verinnerlicht und von den OTAs in allen Aspekten ihrer Arbeit angewandt werden. Er muss den OTAs während ihrer gesamten Ausbildungszeit und ihres Arbeitslebens immer bewusst sein.

3.1 Die Anwendung der einzelnen Kernelemente des NEO

Die vier Kernelemente des NEO, dienen als Rahmen für Verhaltensnormen. OTA und OTA in Ausbildung können mit Hilfe des Ethikkodex:

  • Die verschiedenen Normen des Kodex studieren.
  • Über die Bedeutung der einzelnen Normen nachdenken und überlegen, wie diese in ihrem Bereich anzuwenden sind: in der Praxis, Ausbildung, Forschung oder im Management.
  • Mit Kolleginnen und anderen Personen über ethische Fragen diskutieren.
  • Anhand eines konkreten Beispiels aus der Berufspraxis ethische Problemsituationen identifizieren und die entsprechende Verhaltensnorm aus dem Kodex herausfinden; entscheiden, wie das Dilemma zu lösen ist.
  • In Gruppen zusammenarbeiten, um herauszufinden, wie ethisch begründete Entscheidungen getroffen werden, um einen Konsens über ethische Verhaltensnormen zu finden.
  • Mit dem Berufsverband, mit Kolleginnen und anderen Personen zusammenarbeiten, um die Ethiknormen in der Praxis, Ausbildung, Forschung und im Management kontinuierlich anzuwenden.

4. Die Verbreitung des NEO

Um den NEO lebendig zu halten, muss er den OTA‘s vertraut sein. Wir fordern Sie auf, in Ausbildungsstätten für OTAs, bei beruflich tätigen OTAs, in der Fachpresse und über die Massenmedien zu seiner Verbreitung beizutragen. Der Kodex sollte auch anderen Berufsgruppen im Gesundheitsbereich sowie der Allgemeinheit, den Verbraucherorganisationen und anderen politischen Gruppen, Menschen­rechtsorganisationen und Arbeitgebern, die OTAs beschäftigen, bekannt gemacht werden.